Arten von Dämmung im Vergleich: Unterschiede, Kosten, Einbau und Entsorgung
Die Wahl der richtigen Dämmung entscheidet maßgeblich über Energieeffizienz, Wohnkomfort und Werterhalt eines Gebäudes.
Doch welche Arten von Dämmung gibt es – und worin unterscheiden sie sich? Neben der reinen Dämmleistung spielen
auch Brandschutz, Feuchteverhalten, Einbauaufwand, Kosten und spätere Entsorgung eine zentrale Rolle.
Dieser Beitrag bietet einen fundierten Überblick über die wichtigsten Dämmstoffe und ihre Eigenschaften –
von mineralischen Lösungen über Kunststoffe bis hin zu ökologischen und hochleistungsfähigen Systemen.
1. Mineralische Dämmstoffe: bewährt, sicher und vielseitig

Mineralische Dämmstoffe wie Glaswolle und Steinwolle gehören zu den am häufigsten eingesetzten
Dämmmaterialien. Sie bestehen aus geschmolzenem Gestein oder Glas und überzeugen durch sehr gute
Brandschutzeigenschaften (nicht brennbar, Baustoffklasse A1/A2).
Eigenschaften
- Wärmeleitfähigkeit (λ): ca. 0,032–0,040 W/mK
- Sehr guter Schallschutz
- Diffusionsoffen und feuchteunempfindlich
- Nicht brennbar
Einsatzbereiche
Fassadendämmung (WDVS), Zwischensparrendämmung im Dach, Kellerdecken, Trennwände.
Kosten
- Fassade (WDVS): ca. 120–180 €/m²
- Dach (Zwischensparren): ca. 60–120 €/m²
- Kellerdecke: ca. 40–80 €/m²
Einbau & Entsorgung
Mineralwolle wird als Platte oder Rolle verarbeitet. Wichtig sind saubere Anschlüsse zur Vermeidung von
Wärmebrücken. Der Rückbau ist vergleichsweise unkompliziert. Ältere Mineralwolle (vor 1996) kann jedoch
als gefährlicher Abfall gelten und muss gesondert entsorgt werden.
2. Kunststoffdämmstoffe: hohe Dämmleistung bei geringer Stärke

Zu den bekanntesten synthetischen Dämmstoffen zählen EPS (Styropor), XPS
und PUR/PIR-Hartschaum. Diese Materialien bieten eine sehr gute Dämmwirkung
bei relativ geringer Materialstärke.
Eigenschaften
- Wärmeleitfähigkeit: ca. 0,022–0,035 W/mK
- Geringes Gewicht
- Teilweise brennbar (Brandschutz beachten)
- Diffusionshemmend
Einsatzbereiche
WDVS-Fassaden (EPS), Perimeterdämmung im Erdreich (XPS), Flachdächer (PIR).
Kosten
- WDVS mit EPS: ca. 100–160 €/m²
- Perimeterdämmung: ca. 80–150 €/m²
- Flachdachdämmung: ca. 120–200 €/m²
Einbau & Entsorgung
Kunststoffdämmstoffe werden meist verklebt und verdübelt. Bei höheren Gebäuden sind Brandriegel aus
Mineralwolle vorgeschrieben. Die Entsorgung kann aufgrund von Verbundsystemen aufwendig sein,
häufig erfolgt eine thermische Verwertung.
3. Naturdämmstoffe: ökologisch und feuchteregulierend

Wer nachhaltig bauen oder sanieren möchte, greift häufig zu Naturdämmstoffen wie
Holzfaser, Zellulose, Hanf oder Schafwolle. Diese Materialien sind besonders diffusionsoffen
und unterstützen ein ausgeglichenes Raumklima.
Eigenschaften
- Wärmeleitfähigkeit: ca. 0,038–0,045 W/mK
- Sehr gute sommerliche Wärmespeicherung
- Diffusionsoffen und kapillaraktiv
- Ökologisch vorteilhaft
Einsatzbereiche
Dachsanierungen, Holzrahmenbau, Innendämmung im Altbau, Aufsparrendämmung.
Kosten
- Holzfaser Aufsparrendämmung: ca. 140–220 €/m²
- Zellulose Einblasdämmung: ca. 40–80 €/m²
- Innendämmung: ca. 90–160 €/m²
Einbau & Entsorgung
Zellulose wird eingeblasen, Plattensysteme verschraubt oder verklebt. Naturdämmstoffe sind
biologisch abbaubar oder energetisch verwertbar und im Lebenszyklus häufig nachhaltiger.
4. Hochleistungsdämmstoffe: maximale Wirkung bei minimaler Stärke

Für spezielle Anforderungen – etwa bei denkmalgeschützten Gebäuden – kommen
Vakuumdämmplatten (VIP) oder Aerogel-Dämmputze zum Einsatz.
Sie ermöglichen sehr geringe Aufbauhöhen bei extrem hoher Dämmleistung.
Eigenschaften
- Wärmeleitfähigkeit bis 0,007 W/mK (VIP)
- Sehr dünne Konstruktion möglich
- Hohe Kosten
- Empfindlich bei Beschädigung
Kosten
- VIP-Systeme: ca. 250–400 €/m²
- Aerogel-Dämmputz: ca. 150–300 €/m²
Einbau & Entsorgung
Erfordert höchste Präzision und Fachplanung. Rückbau und Entsorgung sind kostenintensiver
als bei Standarddämmstoffen.
Fazit: Welche Dämmung ist die richtige?
Die Wahl der passenden Dämmung hängt von mehreren Faktoren ab:
Gebäudetyp, Feuchteverhalten, Brandschutzanforderungen, Budget und Nachhaltigkeitszielen.
Es gibt nicht die eine „beste“ Lösung – sondern nur die technisch passende.
Neben Materialkosten sollten auch Einbauqualität, Lebensdauer und spätere Entsorgung
in die Entscheidung einfließen. Eine fachgerechte Planung sorgt dafür, dass Dämmmaßnahmen
über Jahrzehnte Energie sparen und gleichzeitig die Bausubstanz schützen.
